Wohnen in Rostock wird immer teurer: Mietpreise sind „Belastung für Menschen der Stadt“
Wohnen in Rostock wird immer teurer: Mietpreise sind „Belastung für Menschen der Stadt“
ostsee-zeitung.de
Rostocks Mieten sind um 8,27 Prozent innerhalb von zwei Jahren gestiegen. Das geht aus dem neuen Mietspiegel der Hansestadt hervor, der seit Mai gültig ist. Damit zahlen Mieter im Schnitt 7,72 Euro Nettokaltmiete. 2024 waren es noch 7,13 Euro.
Das sei ein starker Anstieg für Rostocks angespannten Wohnungsmarkt, schätzt Kai-Uwe Glause, Geschäftsführer des Mietervereins Rostock vom Deutschen Mieterbund, ein. „Das hätten wir so nicht erwartet. Es ist eine Belastung für die Menschen der Stadt“, sagt Glause.
Wasserlage Warnow und Warnemünde am teuersten
Zu den teuersten Lagen in Rostock gehören die Neubauquartiere beim Werftdreieck und in Warnemünde. Wassernähe und Neubau bedeuten auch Premiumpreise. Ab Baujahr 2021 rechnet der Mietspiegel mit einem Zuschlag von 4,14 Euro.
Und: Je kleiner, desto kostenintensiver. Während Gesamtmieten für große Wohnungen in vielen Fällen höher sind, ist der Quadratmeterpreis deutlich günstiger als bei kleinen Wohnungen. So beträgt die Basismiete für eine 20 Quadratmeter große Wohnung 8,32 Euro je Quadratmeter. Am anderen Ende des Spektrums: Für 150 Quadratmeter zahlt man 6,64 Euro pro Quadratmeter.
Dierkow und Toitenwinkel am günstigsten
Die günstigsten Adressen in Rostock liegen in Dierkow und Toitenwinkel. Besonders preiswert sind Wohnungen, die im Zeitraum zwischen 1960 und 1990 errichtet wurden.
Gründe für die teuren Mieten können vielfältig sein. Neben der grundsätzlichen Ausgangssituation von hoher Nachfrage und wenig Angebot – der Leerstand in Rostock wird auf unter ein Prozent geschätzt – vermutet Glause, dass Hauseigentümer den Mietspiegel 2024 als Maßstab für Mieterhöhungen genutzt haben könnten. Daten basieren auf rund 1500 Mieten
Eine weitere Erklärung: Die Daten des Mietspiegels basieren auf Stichproben von rund 1500 befragten Rostockern. Dabei können statistische Abweichungen entstehen, erklärt der Mieterverein.
Rostocker können den Mietspiegel bei anstehenden Mieterhöhungen als Vergleichswert nutzen. Zur Berechnung werden eine Basisnettokaltmiete sowie Zu- und Abschläge herangezogen, die Kriterien wie Baujahr, Wohnlage und energetische Sanierungen berücksichtigen. Daraus ergibt sich eine ortsübliche Vergleichsmiete.
Mietspiegel helfen gegen Mietwucher
Vermieter dürfen laut rechtlichen Vorschriften nur alle 15 Monate und nicht mehr als 15 Prozent innerhalb von drei Jahren erhöhen. Dabei darf die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschritten werden. Aufgrund der Mietpreisbremse darf der Preisunterschied 10 Prozent nicht überschreiten.
Im vergangenen Jahr hatte die Landesregierung MV die Mietpreisbremse in Rostock und Greifswald verlängert. Sie ist noch bis zum 30. September 2028 in Kraft.
„Gerade in Zeiten eines angespannten Wohnungsmarktes ist es wichtig, eine fundierte und nachvollziehbare Grundlage für das örtliche Mietniveau zu haben“, sagt Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke). Er soll zur sachlichen Einordnung der Mietpreisentwicklung dienen.
Erstellt wird der Mietspiegel von der Rostocker Stadtverwaltung mit Unterstützung des Hamburger Unternehmens ALP Institut für Wohnen und Stadtentwicklung GmbH, des Mietervereins und anderer lokaler Organisationen. Der Mietspiegel 2026 ist eine Fortschreibung der ersten umfassenden Datenerhebung von vor zwei Jahren.